„Die Stunde Null“
Am Anfang stand- wie so oft- eine Idee. Eben diese hatte Geigenbaumeister
Christoph Schachner, als er Thomas Bohuslav von „Wien Products“, eine
Vereinigung von typisch Wiener Betrieben unter dem Dach der Wirtschaftskammer,
für seine Pläne begeisterte: man solle der Tatsache gerecht werden, dass die
Musikstadt Wien auf eine stets steigenden Zahl von Streich- u.
SaiteninstrumentenerzeugerInnen (so die offizielle Berufsbezeichnung) verweisen
kann, die nicht nur hochwertige Instrumente reparieren, sondern auch herstellen.
„Der Schneeballeffekt“
Schon war der erste Schneeball geworfen. Thomas Bohuslav konfrontierte die
bekannte ORF- Redakteurin Irene Suchy, um über die Realisierung eines Konzertes
der besonderen Art zu sprechen: Es sollten namhafte Künstler auf überwiegend
neuen Wiener Meisterinstrumenten spielen. Bohuslav und Suchy sicherten sich in
weiterer Folge die Unterstützung von Landesinnungsmeister Helmut Gerstbauer und
Innungsgeschäftsführer Mag. Georg Lintner. Die Realisierung einer Idee konnte
beginnen…
„Kinderkrankheiten“
Künstler der gleichen Branche unter einen Hut zu bringen schien kein leichtes
Unterfangen zu sein. Lintner und Gerstbauer können ein Lied davon singen: „Es
war nicht leicht unsere Kolleginnen und Kollegen von der Notwendigkeit zu
überzeugen, dass der Neubau von Instrumenten gemeinsam beworben werden müsse.
Drei Sitzungen waren nötig um ein gemeinschaftliches Handeln zu ermöglichen.
Dabei war das geplante Konzert - nicht zuletzt durch ein großzügiges Sponsoring
von „Wien Products“- ein wirkungsvoller und kostengünstiger Werbeträger für den
Wiener Geigenbau“ – so Helmut Gerstbauer
„Das Konzert“
Das Konzert, das erste einer mittlerweile fixen jährlichen Einrichtung, fand am
21. 11. 2003 im Radiokulturhaus Wien statt.
Es wurde von Irene Suchy moderiert, durch ein Programmheft von Thomas Gerbeth
(Bogenbaumeister) und Helmut Gerstbauer beworben und durch eine Ausstellung der
Streich- u. SaiteninstrumentenerzeugerInnen bereichert. Für den Titel „Neue
Wiener Geigen“ zeichnete Heide Tenner verantwortlich.
„Neue Wiener Geigen“
Der Erfolg der Veranstaltung schrie förmlich nach einer „Neuauflage“ welche
prompt in Planung ging. Es wurde ein attraktives Programm erarbeitet welches den
Instrumentenbau stärker ins Rampenlicht rücken sollte.
„Das Zweite“
Da „Wien Products“ kein zweites Mal das Sponsoring übernehmen konnte, die
mühevolle Suche nach einer entsprechenden Alternative jedoch erfolglos blieb,
entschloss sich kurzerhand die Landesinnung Wien die Finanzierung zu übernehmen-
der Erfolg des gut besuchten Konzerts gab Innungsmeister Gerstbauer recht. Die
Devise hieß nun: weitermachen und Sponsoren finden.
„Das Dritte“
Am 11. 11. 2005 (kein Faschingsscherz!) entschuldigte sich Prof. Paul Walter
Fürst von der Österreichischen Interpretengesellschaft (ÖSTIG) telephonisch bei
Mag. Georg Lintner, sich nicht für die Veranstaltung engagiert zu haben und lud
ihn zu einem Gespräch über weitere Aktivitäten ein. Lintner, Gerstbauer und
Fürst legten zusammen den Grundstein für das Folgekonzert am 9. 11. 2006, das,
wie zu erwarten war, ein großer Erfolg wurde.
Ein Werk von Prof. Fürst aus den 50iger Jahren wurde eindrucksvoll vom
Sologeiger Alexander Gavrilovici interpretiert. Berührende Szene am Rande: Ein
begeisterter Prof. Fürst umarmte den Künstler vor versammeltem Publikum.
Zweiter Programmpunkt: eine kürzlich entdeckte Quintett- Transkription der
Beethovenoper Fidelio, mit humorvollen Texten Irene Suchys. Übrigens ist auch
für heuer ist ein ähnlich programmatischer Programmpunkt für das Konzert „Neue
Wiener Geigen“ geplant.
„Das vierte am 23.11.2007“
Dank des großzügigen Sponsorings der ÖSTIG konnte das bereits vierte Konzert am
23.11.2007 festgesetzt werden. Sie, lieber Leser dieser Seite, können dabei in
den Genuss der „Bilder einer Ausstellung“ in einer Fassung für Streichsextett
kommen. Wir wünschen viel Vergnügen und hoffen auf regen Besuch.
„Ein kurzer Ausblick“
Professioneller und breiter beworben, scheint die Zukunft der „Neuen Wiener
Geigen“ gesichert. Die Zahl der Mitwirkenden Streich- und
SaiteninstrumentenerzeugerInnen, die maßgeblich an der Programmgestaltung
beteiligt sind wird von Jahr zu Jahr größer. Das Programm wird dabei in enger
Zusammenarbeit mit Irene Suchy erstellt. Die Website soll nun ein breites
Publikum für unsere Aktivitäten und Projekte begeistern. Es ist überdies geplant
die Photogalerie zu erweitern und Tonmitschnitte von den stattgefundenen
Konzerten ins Netz zu stellen.
„Ein wichtiges Nachwort“
Das Modell „Neue Wiener Geigen“ dessen Ziel es ist, den Standort Wien zu einem
Kompetenzzentrum für den Neubau von Streich- und Saiteninstrumenten auszubauen,
sollte nach Meinung des neuen Innungsmeisters Dipl. Päd. Richard Jenner, auch
von anderen Musikinstrumentenbranchen wie etwa Holz- und
Blechblasinstrumentenerzeugern, Orgelbauern und KlaviermacherInnen übernommen
werden. Gute Ideen setzen sich durch.